Dienstag, Dezember 01, 2009

Schwerer Orkan und die Folgen



Quelle: http://ivs.bkg.bund.de/vlbi/ohiggins/

Der Orkan der verg. Tage hat gnadenlos unter den Brutpaaren gewütet: sehr viele Nester wurden verlassen, es ist nicht zu erwarten, dass es hier noch mal zu einem erfolgreichen zweiten Brutversuch in dieser Saison kommt. Um so drastischer fällt die Bilanz aus, wenn man bedenkt, dass es wohl noch nie so viele Nester gab wie in diesem Jahr.

Die Daten der deutschen Station lassen erahnen, wie hochgradig zerstörerisch dieses Wetterereignis war: insgesamt über 10 Stunden lag die mittlere Windgeschwindigkeit über 150 km/h, ca 2 Stunden sogar im Bereich von 200 km/h. Nur die Neststandorte in irgendeinem Windschutz in Kombination mit dem abgrundtiefen Bruttrieb/Überlebenswillen einzelner Brutvögel hatten Bestand. Nach meinem Empfinden die heftigsten Folgen eines Orkans für die Pinguine seit Beginn der Kameraübertragung. Im vorderen Bildbereich haben wohl nur 5 von ehemals ca. 18 Neststandorten den Orkan mehr oder weniger schadlos überstanden. Die Paare, welche ihre Gelege verloren haben, werden in der ersten Zeit natürlich noch zu ihrem Nest zurückkehren - dann aber nur auf einem steinernen, toten Nichts sitzen. In einzelnen Fällen könnte es zu einem Nachgelege kommen, da die Brutzeit für manche der neuen Paare erst begonnen hatte.
Dieses Ereignis zeigt auch wieder, welchen unglaublichen Vorteil der Brutplatz auf dem Absatz des Betonfundaments hat. Die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Brut ist durch den Windschatten hier besonders hoch!


Erste Bilanz: so weit es aktuell zu übersehen ist, sind diese gekennzeichneten Neststandorte im Orkan verlassen worden (über 60% aller Nester)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Martin, dieses Mal hat der Orkan wirklich sehr zerstörerisch zugeschlagen. 2005 hattest du eine ähnliche Dokumentation in den Blog gestellt. Auch da gingen viele Nester verloren. Allerdings gab es an dieser Stelle nicht so viele brütende Pinguine wie dieses Jahr. Drücken wir die Daumen, dass es zu einer Nachbrut kommt.
Grüsse, Christa

Antarktis3000 hat gesagt…

Hallo Martin, ich danke Dir erstmal für deine schnelle Aktualisierung der neuen Umstände. So eine massive Nestflucht gab es ja noch nie wenn man sich deine Blog-Archive anschaut. Bei so einer hohen Nestdichte wie in dieser Saison konnte man aber schon vorhersagen das bei einem verheerenden Orkan zur falschen Zeit sicher viele Nester nicht bestehen würden. Für mich ist dies aber das erste mal so etwas mit "verfolgt" zu haben. Es ist Traurig den Platz nun so leer zu sehen und das mit Sicherheit auch bereits gelegte Eier verloren gegangen sind. Ich hoffe auch darauf das in einigen nochmals der Bruttrieb erwacht.

Liebe Grüße Robert

Piroschka hat gesagt…

Lieber Martin, vielen Dank für die Info. Ich bin unsagbar traurig und hoffe, dass es vielleicht bei dem einen oder anderen Paar noch zu einer Nachbrut kommt.
Liebe Grüße aus Wermelskirchen von Renate mit Dieter und Piri

Bob hat gesagt…

The forces of nature are often harsh. But such a tragedy for the nests at the colony. So very sad.

Markus und Frederica hat gesagt…

Hallo Martin,danke für die traurige Info. Hoffentlich haben wenigstens die Altvögel überlebt.


Frohes Weihnachtsfest aus Sankt Augustin

Markus und Frederica