Mittwoch, Oktober 27, 2004

Extremlebensraum: Sturm und Kälte

Heute Nacht hat sich das Wetter für die Eselspinguine drastisch geändert: war es gestern abend noch fast windstill, so ist mittlerweile wieder ein kräftiger Sturm losgebrochen. Momentan 70km/h bis 90 km/h, Spitzenböen bis 112 km/h bei ca. -5 Grad Celsius. Wohl die unmittelbare Folge des Wetterwechsels: Waren gestern abend noch über 30 Pinguine zu sehen, so haben nach Augenschein des Bildarchivs sich alle Pinguine bis auf Zwei (die sich unmittelbar im Windschatten der Fundamentmauer aufhalten) ins Meer zurückgezogen. Das ca. 2 Grad "warme" Wasser scheint für sie günstiger zu sein.




Die Kamera bietet im Zusammenhang mit den aktuellen meteorologischen Daten wirklich interessante Eindrücke aus diesem Extremlebensraum. Man kann gut beobachten, dass diese Pinguinart sehr sensibel auf das Wettergeschehen reagiert. Das Bild in unseren Köpfen, dass alle Pinguinarten unverdrossen bei den lausigsten Bedingungen unverdrossen ausharren muß man natürlich revidieren. Es gibt Arten die weniger gut mit Kälte und starkem Wind zurechtkommen.

Eine Verbreitungskarte der Art findet man hier:
http://www.anjaspinguine.de/esel.htm

Der Norden der antarktischen Halbinsel stellt die Zone der südlichsten Verbreitung dar. Welche ökologischen und physiologischen Parameter es dem Eselspinguin wohl unmöglich machen, noch weiter südlich erfolgreich zu leben?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hi Leutz - ich bin über MartinGrund.de auf euer Blogg aufmerksam geworden und hab in regelrecht verschlungen! Kompliment meinerseits und macht weiter so.
Gruß
Shunkskill
PS - gibt es eigentlich auch Pinguine, oder pinguinähnliche Tiere, in den warmen Gewässern, wie z.b. Golf von Mexico? Und wenn nicht, warum eigentlich, es gibt ja auch überall Fische, Bären, Füchse..komisch komisch komisch

Anonym hat gesagt…

Hallo,

Zitat aus
http://www.anjaspinguine.de/weitere.htm#arktis

"Zunächst einmal gilt es festzuhalten, das der Pinguin nicht ausschließlich in der Eiseskälte der Antarktis (Südpol) lebt. Dies gilt nur für wenige Arten. Die meisten leben in sehr viel wärmeren Gebieten der Südhalbkugel. Siehe auch Pinguine und ihre verschiedenen Lebensräume.

http://www.anjaspinguine.de/pliste2.htm

(Anmerkung: Der Galápagospinguin (Spheniscus mendiculus) ist die am nördlichsten vorkommende Art)

Prinzipiell könnte ein Pinguin wahrscheinlich schon in der Arktis leben, wenn er von Menschen dorthin gebracht wird. D.h. Nahrung finden und einige Zeit überdauern. Überleben im Sinne von Fortplanzen und die Art erhalten wird schon schwieriger. Die Arten (z.B. Kaiserpinguin), die auf nacktem Eis brüten, sind so sehr auf die besonderen Bedingungen der Antarktis spezialisiert, das sie sich wahrscheinlich nicht erfolgreich fortplanzen könnten. Die weniger spezialisierten Arten, wie z.B. Esels- oder Felsenpinguin brauchen eis- und schneefreie Flächen zum Brüten. Diese lassen sich in Alaska, Neufundland, etc. bestimmt auch finden. Aber der Pinguin ist in der Brutphase stark durch landlebende Raubtiere gefährdet. In der Antarktis gibt es nur die Raubmöve. Die Arten, die in Neuseeland, Ausstralien und Südamerika brüten sind aus diesem Grund auch fast alle vom Aussterben bedroht oder zumindest im Bestand gefährdet. In der Arktis gibt es sehr viele Raubtiere wie Eisbären, Eisfüche, etc. Daher ist ein Überleben einer Pinguinpopulation auf Dauer wohl nicht wahrscheinlich.

Von sich aus kann der Pinguin diesen Lebensraum auf gar keinen Fall erobern, da die warmen Meeresströmungen in den gemäßigten Breiten für ihn ein unüberwindliches Hindernis sind. Alle Pinguinarten, auch der Galápagospinguin, der fast am Äquator lebt, leben in Bereichen mit kalten, nährstoffreichen Meeresströmungen.

Und schließlich war die ökologische Nische des Pinguins auf der Nordhalbkugel bis ins 19. Jahrhundert hinein von einem anderen flugunfähigen Vogel, dem Riesenalk, besetzt. Diese Gattung wurde vom Menschen ausgerottet."
Zitat Ende


Gruss + viele interessante Beobachtungen!