Sonntag, Dezember 12, 2004

Die "Lautaro"...

ist ein Schiff der chilenischen Armee, das zur Versorgung der chilenischen Antarktisstationen im Einsatz ist. Die Webcam hat am 6. Dez. einige Bilder der "Lautaro" aufgenommen.
Bildserie von der Ankunft bis zur Abfahrt:










Bild: Abreise einiger Mitarbeiter von O'Higgins, die "Lautaro" verschwindet wieder im Nebel der Nordantarktis...


Auf der offiziellen Infoseite der Forschungsstation (Quelle: http://vlbi.leipzig.ifag.de/ohiggins/news.htm) heißt es dazu am 6.12.2004: Die "Lautaro" ist wieder vor OHiggins, diesmal wegen dem Eis in der Bucht in etwas größerer Entfernung

* Die Anlandung mit zwei Zodiaks (Schlauchboote)
* Abreise der alten chilenischen Dotation 2004 (Dotation=Überwinterer, die neue "Dotation " bleibt in der chilenischen Basis bis Anfang Dezember 2005)
* Abreise Willi Wende und Eduardo Deschamps (ESAT)
* Abreise Christian Plötz (TU München) und Cristobal Javier Jara Rodríguez (TIGO Concepcion)


Schiffsbeschreibung der chil. Armee: http://www.armada.cl/site/unidades_navales/523.htm

Samstag, Dezember 11, 2004

Standort-Karte überarbeitet

Die große Satellitenkarte auf der Seite
http://www.martingrund.de/pinguine/standort.htm
wurde um einige Angaben erweitert.

...antarktischer Morgen mit Sturm!



Bei den 9 Brutpaare können die ersten Küken in ca. 5 bis 10 Tagen erwartet werden!

Freitag, Dezember 10, 2004

Antwort auf die Frage zum Sonnenstand

Hier also die Auflösung zur Frage vom 1. Dezember: Wie ist der Sonnenlauf auf der Suedhalbkugel?
  1. Genauso wie bei uns: Die Sonne geht im Osten auf, ist zu Mittag im Sueden und geht im Westen unter
  2. Genau andersherum: Sie geht im Westen auf, ist zu Mittag im Sueden und geht im Osten unter
  3. Sie geht im Osten auf, ist zu Mittag im Norden und geht im Westen unter
  4. Sie geht im Westen auf, ist zu Mittag im Norden und geht im Osten unter

Richtig ist Antwort 3
Mit einem Sonne-Erde-Modell als Hilfe kommt man sicher selbst drauf, warum das so sein muß ;-)

Nachtrag zur Insel "Astrolab" + zum Navigationsinstrument "Astrolab"

Schon einige Leute haben diese faszinierenden und hochkomplexen Astrolabien nachgebaut, hier eine kleine Übersicht:

http://www.astrolabe.ch/

http://astrolabes.org/individual.htm

Donnerstag, Dezember 09, 2004

http://www.unterpinguinen.com/

Astrolabe Island

Hier noch ganz interessante Bilder von Astrolabe-Island, aufgenommen von Peter Groove aus Großbritannien bei einer Schiffsvorbeifahrt. Sind auch etliche Bilder von Seeleoparden dabei, die bedeutendsten Pinguinjäger:

===> http://www.petergrove.co.uk/gallery/album04?page=1



Thank you Peter for sharing the pics!
Zusatzinfo zur Antarktis-Expedition von d'Urville (1837-1840)


Bild: "Astrolab" und "Zelee", vorne links jagt ein Mann der Besatzung gerade Robben oder Pinguine

Am 10.Dezember 1827 sind die zwei Schiffe nördlich der Magellanstraße, Weihnachten wird in der Magellanstraße verbracht. Die Besatzung fischt und jagt Gänse und bereitet die Schiffe auf die antarktischen Gewässer vor. Am 8. Januar 1838 verlassen die "Zelee" und die "Astrolabe" die Magellanstraße und nimmt Kurs auf die Antarktis, 4 Tage später starker Nebel und Regen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Am 31. Januar werden die ersten Eisberge gesichtet. d'Urville will der Route von Wedell folgen, der hier 1823 nach Süden segelte, allerdings unter ungewöhnlich milden Bedingungen.

Bemerkenswert: die Besatzung der Zelee und der Astrolabe hatte vom französischen König eine zusätzliche Belohnung von 100 Gold-Franc versprochen bekommen, falls es der Expedition gelingen sollte, weiter wie 75°Süd vorzudringen, weiter als es Wedell zuvor geschafft hatte. Das eigentliche Ziel der Expedition war die genaue Lokalisierung des magnetischen Südpols. Die Klärung dieser Frage muß in der wissenschaftlichen Welt der damaligen Zeit absolut elektrisierend gewesen sein!

Am 2. Februar 1838 fahren beide Schiffe in eine langgestreckte Bucht ein, zum großen Schrecken der Besatzung schließt sich aber in der Nacht das Eis hinter ihnen: Erst unter gewaltigen Mühen kann man sich nach 5 Tagen ununterbrochener Arbeit wieder befreien. Mit Pickeln und Äxten und unter Einsatz aller 180 Mann wird die Bucht wieder verlassen.


Bild: zeigenössisches Gemälde, Befreiung der Astrolab aus dem Eis

Zu diesem Zeitpunkt befindet sich d'Urville also schon im Bereich der nördlichen Bereiche der antarktischen Halbinsel, allerding wohl noch nicht im Festlandbereich. Am 27. Februar 1838 erreichen sie die äußerstes Spitze der antarktischen Halbinsel und geben den Inseln den noch heute gültigen Namen Louis-Philippe Land (zu Ehren des Königs) und Joinville Land.

Die Expedition von d'Durville im Kontext der heutigen Antarktis-Station GARS O'Higgins:

Sie verbringen Ende Februar und bis Anfang März 1838 im Bereich der nördlichen Halbinsel, während dieser karthografischen Tätigkeit bekommt der "Hausberg" der heutigen Forschungsstation O'Higgins seinen Namen "Mont Jacquinot" (siehe unten) ebenso wie die 40 Kilometer weit entfernte Insel, die nach dem Schiff des Kommandanten den Namen "Astrolab" bekommt. In diesen Tagen bricht nach den Expeditionsberichten erstmals die gefürchtete Seefahrerkrankheit "Skorbut" auf beiden Schiffen aus, eine Vitamin-C Mangelerscheinung, die für tausende Seefahrer damaliger Zeit mit dem Tod endete. Die Ursachen waren noch unbekannt.
Am 27. März sind schon 27 Männer an Skorbut erkrankt und beide Schiffe gleichen einem schwimmenden Krankenhaus. Am 6. April erreicht man Talcahuano in Chile. Ein Mann der Besatzung stirbt zuvor auf See an Skorbut und kurz nach der Landung in Chile desertieren 9 Mann. Etliche Männer, die zu schwach zur Weiterreise nach Valparaiso sind, werden krank zurückgelassen, eine Handlungsweise, die ihm später noch viel Kritik einbringen sollte.

Zwischen Mai 1838 und Oktober 1839 segelt die Expedition im südlichen Pazifik und verbringt in Tasmanien die Zeit bis zum Aufbruch auf die letzte Etappe der Expedition. Die Mannschaft erleidet durch verschiedene Krankheiten erhebliche Verluste, alleine in Hobbart/Tasmanien sterben 6 Mann, zuvor 14 Mann auf See.

Am 2. Januar 1840 bricht die Expedition von Tasmanien auf und segelt in Richtung Antarktis, wo das heutige Adelie-Land entdeckt wird. Adelie war der Name seiner Frau und auch der Adelie-Pinguin wird durch die Biologen an Bord so benannt. Die Reise zurück führt über Tasmanien, Neuseeland, Neu-Guinea und Timor (Indonesien) und am 6. November 1840 treffen beide Schiffe wieder im französischen Hafen Toulon ein.



Fazit: die Recherchen haben ergeben, dass der unmittelbare Bereich um die heutige Forschungsstation erstmals 1838, und zwar im Zeitraum Februar/März, von der französischen Polarexpedition von d'Urville karthographisch erfasst wurde. Zahlreiche Landmarken bekamen während diesem Expeditionsabschnitt ihre heutigen Namen.

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Quellen:
persönliche Mitteilung von Robert B. Stephenson (the Antarctic Circle: http://www.antarctic-circle.org - Coordinator). Er schreibt am 9.Dez. 2004 in einer eMail, dass im "US-Board on Geographic Names, 1995" folgendes steht:

Astrolabe Island 63 deg 17'S, 58 deg 40' W
Island 3 miles long, lying in Bransfield Strair 14 miles NW of Cape
Ducorps, Trinity Peninsula. Discovered by the French expedition, 1837-40,
under Capt. Jules Dumont d'Urville, and named by him for his chief
expedition ship, the 'Astrolabe.'


Bild: Wissenschaftliche Arbeiten zum Erdmagnetismus während der d'Urville-Expedition

Mount Jacquinot 63 deg 22'S, 57 deg 53'W
Pyramidal peak, 475 m. with exposed rock on its N side, lying 3 miles S of
Cape Legoupil and 1 mile E of Huon Bay, on the N side of Trinity Peninsula.
Discovered by a French expedition, 1837-40, under Capt. Jules Dumont
d'Urville, who named it for Lt. Charles Jacquinot, commander of the
expedition ship 'Zelee.'

Weitere Beschreibungen der Expedition von Durville sind der Seite www.south-pole.com entnommen.




Links:

Deutsch: d'Urville (Wikipedia)
English: d'Urville (Wikipedia)

Mittwoch, Dezember 08, 2004

Die Insel "Astrolab"

Im Westen der Forschungsstation O'Higgins liegt eine Insel mit dem geheimnisvollen Namen "Astrolab", englisch Astrolabe-Island. Bei guter Sicht kann man die 6 km große und knapp 600 Meter hohe Insel in ca. 40 Kilometern Entfernung am Horizont per Webcam sehen.


Bild: Lichtvariationen, die Insel "Astrolab" als Webcam-Detail in 40 km Entfernung

Entdeckt und benannt wurde die Insel während der ersten französischen Antarktisexpedition (1837 - 1840) unter Jules-Sebastien-Cesar Dumont d'Urville. Er war Universalgelehrter und konnte unter anderem fließend Deutsch, Englisch, Griechisch, Hebräisch, Italienisch und Spanisch sprechen.

Eines seiner Schiffe hieß L'Astrolabe, benannt nach dem Schiff des berühmten, aber im Jahr 1788 verschollenen Seefahrers, Weltumseglers und Geographen Pérouse. Man mutmaßt, dass die Schiffe von Pérouse in einen tropischen Wirbelsturm gerieten. Eine Expedition auf den Spuren des verschollenen La Pérouse wird dreißig Jahre später fündig: Jules Dumont d'Urville, dessen Schiff vor der Abfahrt auf den Namen von La Pérouses Schiff "L'Astrolabe" umgetauft wird, findet 1828 Teile des Wracks von La Pérouses Flotte vor der heute zu den Salomonen gehörenden Insel Vanikoro. Die Eingeborenen sind zu diesem Zeitpunkt noch im Besitz vieler Gegenstände der beiden Schiffe, die dort dreißig Jahre zuvor Schiffbruch erlitten hatten.



Bild: Sondermünze der Cook-Inseln mit der "Astrolab" von d'Urville (Bildquelle: eine aktuelle ebay-Versteigerung ;-)

Mit diesem Schiff "Astrolab" und einem zweiten Schiff namens "Zélée" brechen sie 1837 in die Antarktis auf, zusammen ca. 180 Mann. Die "Zélée" wird übrigens von Charles Hector Jacquinot befehligt, nach dem der direkt bei der Forschungsstation O'Higgins im Gletscher gelegene Berg "Mont Jacquinot" benannt ist! Eines der Forschungsziele ist die genaue Lokalisierung des magnetischen Südpols. Nach meinen bisherigen Recherchen sind die beiden Schiffe offenbar ganz in der Nähe der heutigen Forschungsstation auf antarktisches Festland getroffen, deshalb haben in der unmittelbaren Umgebung auch viele Landmarken einen französischen Namen! Eine bis dahin unbekannte markante, ca. 40 Kilometer von O'Higgins entfernte Insel bekam während dieser Expedition den Namen des Hauptschiffes der Expedition und heißt seitdem Astrolabe-Insel - Astrolabe-Island


Was ist ein Astrolab?
Es war eine Navigations-Hochtechnologie des Mittelalters und Resultat von angewandtem astronomisches Wissen einer ganzen Zeitepoche. Ein tolles Bild eines Astrolab findet man bei Wikipedia:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/1/12/Astrolabium_2004.jpg

Mehr Infos:
Deutsch: http://de.wikipedia.org/wiki/Astrolab
Englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Astrolabe

Montag, Dezember 06, 2004



Bild: Zeitung lesender Eselspinguin im Inneren der Bibliothek auf O'Higgins. Da lesende Pinguine bei ihren Kollegen kein hohes Ansehen genießen, bestand dieser Pinguin darauf, sich aus Datenschutzgründen die Zeitung vor's Gesicht zu halten. Wir bitten um Ihr Verständnis!

Geheimnis um Steinmonument gelüftet:

es handelt sich um die einzige öffentliche Bibliothek für Pinguine in der Nordantarktis. Leider wurde bei der Planung dieser Einrichtung nicht darauf geachtet, dass nur 0.000004 % aller Pinguine mehr als einen Buchstaben lesen können. Trotzdem: beliebt ist bei dieser gesellschaftlichen Randgruppe die Zeitung "TagesKrill" (Daily Krill). Einer der Hauptsponsoren ist der Vatikan, der deshalb auch auf der Anbringung seines größten Werbeträgers bestand.

Sonntag, Dezember 05, 2004

Weltumsegler nähern sich Kap Hoorn

Zur Zeit findet die große Segel-Regatta "Global Challenge" statt. 12 baugleiche Segelschiffe mit je 18 Teammitgliedern treten bei der Weltumsegelung von Ost nach West gegeneinander an! Zur Zeit nähern sie sich der Spitze Südamerikas, dem legendären Kap Hoorn, das schon vielen Schiffen zum Verhängnis wurde.
===> Webseite zur "Global Challenge"

Rein theoretisch kann man von O'Higgins sogar nach Kap Hoorn hinschauen, aber es ist natürlich viel zu weit ;-) Allerdings: Auf der Weltkarte kann man gut sehen, dass die Nordantarktis und Kap Hoorn sozusagen "Nachbarn" sind. Übrigens: alle Mitglieder der Forschungsstation O'Higgins reisen über Puntas Arenas", die kleine Stadt liegt nicht weit von Kap Hoorn.

Bild: Aktueller Zwischenstand, eingezeichnet sind die Windverhältnisse. Um unteren Bildrand sieht man als hellen Streifen die Nordspitze der antarktischen Halbinsel. Dort ist die Pinguinkamera stationiert!


Bild: Übersichtskarte der aktuellen Etappe von Buenos Aires nach Neuseeland. Auf der Karte ist ganz unten (gegenüber Kap Hoorn) die Nordspitze der Antarktis eingezeichnet.

Gleichzeitig findet zur Zeit noch eine wohl viel härtere Segelregatta statt:
Die Vendée Globe
Hier umsegeln non-stop (!) 20 Segelschiffe mit je nur einer Person die Erde! Allerdings von West nach Ost, sodass die Schiffe erst in ein paar Wochen an Kap Hoorn vorbeisegeln werden. Man stelle sich vor: diese 20 Segler sind also ganz allein unterwegs, im Gegensatz zur "Global Challenge" dürfen sie nirgends anlegen und auch keine fremde Hilfe annehmen, sonst würden sie disqualifiziert! Übrigens ist dieser Wettbewerb bislang ausschließlich von Franzosen gewonnen worden und auch momentan liegen zwei Franzosen an der Spitze: Bonduelle (Jean Le Cam) und PRB (Vincent Riou)
===> Webseite zur "Vendée Globe"
Heute wurden die Farben der deutschen Nationalflagge auf den Windschutz der Tür vom Radioteleskop gemalt, hier die 4 Schritte. Mit auf dem Bild die Fahne von Bayern.

Samstag, Dezember 04, 2004

In ca. 10 Tagen könnten die ersten Jungen schlüpfen. Immer noch wird gebrütet, bei den Eselspinguinen lösen sich Männchen und Weibchen ab. Auf der Mauer 4 Paare, ummittelbar darunter 5 Paare. Im gesamten Kamerabild sind ca. 20 Brutpaare zu erkennen.

Mittwoch, Dezember 01, 2004

Wie ist der Sonnenlauf auf der Suedhalbkugel?

  1. Genauso wie bei uns: Die Sonne geht im Osten auf, ist zu Mittag im Sueden und geht im Westen unter
  2. Genau andersherum: Sie geht im Westen auf, ist zu Mittag im Sueden und geht im Osten unter
  3. Sie geht im Osten auf, ist zu Mittag im Norden und geht im Westen unter
  4. Sie geht im Westen auf, ist zu Mittag im Norden und geht im Osten unter